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Bullinger! Teil 1
Peter Leisinger, Andreas Nufer, Alexandra Steinmüller, Diana Fry, Mittelalter Spiellüt
Bullinger! Teil 2
Peter Leisinger, Andreas Nufer, Alexandra Steinmüller, Diana Fry, Mittelalter Spiellüt

Im Januar 1523 nahm der knapp 19-jährige Heinrich Bullinger die von Abt Wolfgang Joner angebotene Stelle als Lehrer im Kloster Kappel an. Mit ihm verbreitete sich rasch humanistischer und reformatorischer Geist unter den Mönchen und in der Region – seit Beginn in deutscher Sprache. Am 29. März 1526 feierten sie zum ersten Mal Abendmahl auf reformierte Weise und legten die Mönchskutten ab. 1527 übergaben sie das Kloster der Stadt Zürich.

Was vor 500 Jahren geschah, hat die Neugier von Künstler Peter Leisinger geweckt. Seit dem Spätsommer 2025 sind verschiedene Holzfiguren entstanden. Müde Mönche, aufgeweckte Schüler, der dialogbereite Abt Joner, kritische Ratsherren, Bullinger als Knabe oder Bursche oder Gelehrter: alle haben sie starke Ausdrücke und laden zur Interaktion ein. Man bekommt Lust, mit ihnen zu kommunizieren.

Damals war unendlich wichtig, was uns heute ganz selbstverständlich erscheint, nämlich dass jeder Mensch glauben kann, was er will. Dies wurde – nach blutigen Kämpfen – in den vier Landfrieden diskutiert.

Dieser Audioguide entstand in Zusammenarbeit mit dem Künstler Peter Leisinger, dem theologischen Leiter des Klosters Kappel, Andreas Nufer, sowie der Hoteliere Alexandra Steinmüller – sorgfältig inszeniert unter der Regie der Klangkünstlerin Diana Fry. Bis auf das Geläut des Grossmünsters wurde die gesamte Klanglandschaft direkt auf dem Areal des Klosters Kappel eingefangen. Selbst das Holz der Figuren erweckte die Klangkünstlerin dabei als Instrument zum Leben.

Holzkünstler
Peter Leisinger

Holz springt. Es widersetzt sich, läuft quer, zwingt zum Umdenken. Für Peter Leisinger ist genau das der Reiz. Seine Faszination fürs Holz begann im Keller seines Elternhauses, wo er als Kind aus alten Brettern ganze Schiffe zimmerte.

Sägespuren, rohe Oberflächen und rasch aufgetragene Farbe bleiben in seinen Werken bewusst sichtbar, denn für Leisinger muss der Entstehungsprozess lesbar sein. Dieselbe unmittelbare Energie prägt auch seine Zeichnungen und Aquarelle. Skizzen werden zu dreidimensionalen Skulpturen, Skulpturen inspirieren neue Zeichnungen – ein ständiges Wechselgespräch zwischen den Dimensionen.

Im Mittelpunkt seines Schaffens stehen Lebewesen, ihre Beziehungen zueinander und die Räume, in denen sie sich bewegen. Gemeinsam mit seiner Frau Maria entwickelt er Ausstellungen, Installationen, Bücher und Filme – unterstützt von seinen Kindern und deren Partnern als engem kreativem Netzwerk.

Klangkünstlerin
Diana Fry

Diana Fry bewegt sich an den Schnittstellen von Mensch, Natur und Technologie. Ihre klanglichen Atmosphären entspringen dem Genius Loci und den inhärenten Geräuschen eines Ortes sowie dessen Materialien. Durch die bewusste Verfremdung dieser analogen Tonaufnahmen mittels der Maschine transformiert sie das Gewohnte in neue akustische Welten. Sie begreift Technologie als kreative Mitgestalterin, deren Einsatz unsere Wahrnehmung herausfordert und Räume für tiefe Reflexion und Wertschätzung öffnet.